Inzwischen war AKT & LANDSCHAFT von den Machern zur "gesamt-
deutschen" Ausstellung erhoben worden, und Potsdams Funktionäre (alte und neue, wie alt-neue) feierten ihre Erfolge, bis die Bilanz immer magerer wurde. Das Publikum wollte und konnte etliche DM Eintritt für eine Fotoausstellung nicht mehr bezahlen; und die Nacktbilder in "Praline & Co" waren auch nicht schlechter - und irgendwann starb AKT & LANDSCHAFT einen leisen Tod. Doch bevor der Exitus eintrat, gab es noch ein makabres Spiel zwischen Ost & West... Die Yellow-Press des Westens wollte nicht nur beweisen, wie sehr Honecker & Konsorten in ihrer Enklave Wandlitz geschwelgt hatten (ich kenne u. a. die Ferienresidenz auf der Insel Vilm und muss sagen, dass jeder tüchtige Handwerksmeister im Westen
Ein Blick in unserer Archiv...
Ob Bildzeitung, Neue Revue, Color-Foto oder Girl-Kalender für Österreich, - der weibliche Akt bleibt wohl immer das Thema
Nr.1, wie die vielen Bildanforderungen beweisen. Daran hat sich in 40 Berufsjahren nichts geändert.
pompöser lebt), sondern auch nachweisen, wie dümmlich und billig u. a. das Niveau der Aktfotografie zu DDR-Zeiten war, aber angeblich wegen "Zucht & Ordnung" nicht gezeigt werden durfte.
Und so fand man beim MAGAZIN in den untersten Schubladen Bilder von Möchtegern-Nacktknipsern, die glaubten, dass ihre Bildchen irgendwann mal eine Chance zur Veröffentlichung hätten. Hinzu kam 1991 ein Aufruf vom MAGAZIN, die neue Freiheit zu nutzen und private "Aktfotos" einzuschicken. Dieses (in den meisten Fällen) makabre Material wurde nun zusammen- und unter einen typisch westlichen Titel gestellt: DIE NACKTE REPUBLIK! Und als Krönung des Ganzen schaffte es dieses Sammelsurium bis in das Hamburger MUSEUM OF ART !!! Jetzt konnte sich also jeder Wessi ein Bild von der "verkorksten DDR-Kultur" machen. Und unsere obersten Sachwalter in punkto Fotografie standen Pate für dieses makabre Schauspiel! Wer ein bisschen Ahnung vom DDR-Fotoalltag hat, der wird im gesamten Katalog DIE NACKTE REPUBLIK nicht einen einzigen Fotografen mit Rang und Namen finden. All jene bemühten guten Fotografen sind somit übergangen worden, und die Blüten einer Subkultur wurden als Quintessenz der DDR-Aktfotografie publiziert - und vermarktet, ohne bemerken zu wollen, dass es ein Schlag ins Gesicht der DDR-Bürger ist.
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